Der Saarlooswolfhund
Der
Saarlooswolfhund ist ein Hund
für den Liebhaber, nur für Menschen geeignet, die ein Auge und Herz für seine
Qualitäten und Einschränkungen haben. Derjenige, der einen Saarlooswolfhund nur anschafft
wegen seinem schönen Äusserlichen
und dem Effekt, den er damit erreicht auf seine Umgebung, begibt sich auf dem
Pfad der Enttäuschungen.lDa
der Saarlooswolfhund nicht geeignet ist um lange alleine zu sein, ist er kein
Partner für Leute die öfter ausser Haus als zu Hause sind. Übrigens welcher
Hund ist das schon? Derjenige, der seine natürlichen Eigenschaften schätzen
kann, hat am Saarlooswolfhund einen Kameraden fürs Leben.
Der
Saarlooswolfhund ist ein Haushund, zweifellos mit Wolfsblut, aber trotzdem ein
echter Hund. Mancher ist natürlich interessiert, wieviel Wolfsanteil die Rasse
hat, einfachhalber lautet dann die Antwort: 35 Prozent. Das ist ungezweifelt
genetischer Unsinn. Und doch sind
einige Aspekte in seinem Benehmen deutlich von seinem Vorfahren, dem Wolf,
vererbt. Früh sozialisieren ist sicherlich an zu raten, da der Saarlooswolfhund
während dem Aufwachsen deutlich zurückhaltend gegenüber Fremden wird
(Ausnahmen gibt’s). Im Gegensatz dazu steht seine Anhänglichkeit zu seinen
eigenen Menschen, seinem “Rudel”, die beispiellos ist. Der Saarlooswolfhund
hat einen stark entwickelten Rudelinstinkt.
Als
Saarlooswolfhundbezitzer erregt man viel Aufsehen. Die Menschen sind sehr
neugierig, aber weichen oft zurück. Ihre Fragen richten sich meistens auf
Agressivität, Bösartigkeit oder gar Falschheit. Die Menschen können sich
scheinbar nur die Buchstaben Wolf vom Namen merken. Märchen, Fabeln und
Zeichentrickfilme haben ihre tötliche Arbeit geliefert: der Schurke
“Isegrm” lebt noch stets. Leider scheitert ein warmes Plädoyer für den
Wolf all’zu oft am Unglauben. “Man wüsste wohl besser...”. Zum Glück
erkennen andere schnell, dass sie einen Hund mit Wolfsblut vor sich haben.
Der
Besitzer nimmt damit viel Verantwortung auf sich, da er die Rolle des Alphas übernehmen
muss, ohne hart und anspruchsvoll zu sein. Die Erziehung verlangt viel Geduld
und Einsicht in die besonderen Eigenschaften dieser Naturrasse. Obwohl der
Saarlooswolfhund ein Rudeltier ist, hat er ebenfalls einen starken Willen. Man
kann deshalb keine bedingungslose Gehorsamkeit erwarten. Aber trotzdem ist er
gut in der Lage um Dinge zu lernen und mit seinem Herrchen zu tun, so lange
diese nicht im Streit mit seinem Charakter sind.
Der
Saarlooswolfhund besitzt absolut keinen Angriffstrieb, aber wird, sobald die
Situation unmöglich für ihn ist, flüchten. Sein Fluchttrieb vor allem was ihm
fremd ist, macht ihn besonders aufmerksam auf seine Umgebung. Durch Unrad wird
er aussergewöhnlich alert. In einer alarmierenden Situation gibt der
Saarlooswolfhund ein unterdrücktes “Wuff” wieder, genau so wie der Wolf.
Wenn der Saarlooswolfhund als Welpe gut begleitet wird, wächst er aus zu einem
freundlichen und stabielen Hund, der manchmal zurückhaltend kann sein, aber
nicht ängstlich oder nervös wird. Wegen seinem Wolfsblut ist der
Saarlooswolfhund nahezu ungeeignet für die Arbeit. Natürlich kann man ihm,
sowie jedem anderen Hund, durch Training viel beibringen. Nur Arbeit worin auf
irgend eine Art und Weise angegriffen werden muss, lässt sein Charakter nicht
zu. Deshalb kann man die Packarbeit
vergessen. Ein Saarloos ist im Prinzip ein schneller Lehrling, was aber auch
bedeutet, dass er ebenfalls falsche Sachen schnell lernt und sich merkt. Zum
Beispiel das Leeren von einem Abfalleimer: sobald er einmal Erfolg gehabt hat
und etwas Feines gefunden hat, bleibt der Abfalleimer seine bevorzugte
Herausforderung. In keinem Fall ist der Saarlooswolfhund ein ängstlicher, nervöser
Hund; er ist einfach vorsichtig und hat es nötig um sich zurück zu ziehen zu können,
wenn Fremde sich ihm nähern.